Überblick über Zuweisungen und Unterkünfte für geflüchtete Menschen im Kreisgebiet

Wegen der hohen Zuweisung durch das Land Hessen steigt die Zahl der geflüchteten Menschen, die im Kreisgebiet aufgenommen werden müssen, von Woche zu Woche an. Entsprechend sinkt die Zahl an verfügbaren Plätzen in den Unterkünften rapide, um die neu ankommenden Geflüchteten adäquat unterzubringen. Die Sporthalle auf dem Taubenberg ist nur eine Notunterbringung, um Obdachlosigkeit zu verhindern. Deshalb arbeitetet der Kreis mit Hochdruck an der Planung und dem Ausbau verschiedener Unterkünfte im Kreisgebiet und ist weiterhin auf der Suche nach privatem Wohnraum, der sich für die Unterbringung eignet. Meldungen bitte an: wohnraum@rheingau-taunus.de. Gleichzeitig stimmen die uns genannten Zuweisungsprognosen nicht immer mit der realen Anzahl an Menschen, die tatsächlich bei uns ankommen, überein.

Um die Entwicklung übersichtlich und transparent darzustellen, finden Sie hier ab sofort wöchentlich (mit Ausnahme in der Zeit zwischen den Jahren) aktuelle Infos zu den Zahlen der Geflüchteten, zu den Kapazitäten in den Unterkünften und zum Stand des Aufbaus weiterer Unterbringungsmöglichkeiten. 

 

Unterbringung Geflüchtete in Idstein

Der Rheingau-Taunus-Kreis ist gezwungen, die Sporthalle auf dem Taubenberg in Idstein als Notunterkunft für neu zugewiesene Geflüchtete zu belegen. Die Inbetriebnahme ist für Montag, 27. November, geplant. Weil uns diesbezüglich viele Fragen erreichen, haben wir zu diesem Thema ein FAQ eingerichtet:

Fragen und Antworten

Die Zuweisungsprognose der aufzunehmenden Geflüchteten wird jeweils zu Beginn eines Quartals durch das RP Darmstadt bekannt gegeben. Es werden damit die wöchentlichen Zuweisungen aus der hessischen Erstaufnahmeeinrichtung in Gießen bis zum Ende des laufenden Quartals bzw. bis zur Veröffentlichung der Prognose für das darauffolgende Quartal festgelegt. Für das 4. Quartal 2023 lagen die wöchentlich prognostizierten Zugänge bei 53 Personen pro Woche bzw. 688 Personen für das gesamte Quartal. Diese quartalsweisen Prognosezahlen bilden auch die Grundlage für die Unterkunftsplanung des RTK.

Während des laufenden Quartals kann es jedoch passieren, dass die realen Zuweisungen auf Grund von unvorhergesehenen und unplanbaren Ereignissen schwanken. Wenn z. B. wie zu Beginn des russischen Angriffskrieges erheblich mehr Menschen in der hessischen Erstaufnahmeeinrichtung in Gießen ankommen als geplant, müssen auf Grund der dortigen begrenzten Kapazitäten auch die Zuweisungen an die Städte und Landkreise erhöht werden. Wenn andererseits erheblich weniger Personen in der Erstaufnahmeeinrichtung ankommen, werden aus Gießen auch weniger Personen weitergeleitet. Diese mitunter sehr ausgeprägten Schwankungen erschweren eine exakte Bedarfsplanung.

Summiert man alle Plätze in den Unterkünften und zieht die Gesamtzahl der Geflüchteten ab, erhält man die noch freien Plätze in den Unterkünften. Jedoch ist nicht jeder freie Platz aus mathematischer Sicht in der Realität belegbar. Beispiele: Ein Zimmer, das Platz für 6 Personen bietet und in dem eine fünfköpfige Familie wohnt, kann nicht zusätzlich durch einen alleinstehenden Mann belegt werden. Einige Personen müssen aus medizinischen oder sonstigen Gründen in einem Einzelzimmer untergebracht werden. Außerdem kann es sein, dass Zimmer renoviert werden müssen oder sind aus anderen baulichen Gründen nicht nutzbar (z. B. Wasserschaden, Ausfall der Heizung). In Geisenheim sind derzeit einige der durch den Brand obdachlos gewordenen Personen untergebracht.

Natürlich wird durch Planung und der Kommunikation mit den Sozialarbeitern und der Sozialbetreuung in den größeren Unterkünften eine optimale Ausnutzung aller Kapazitäten angestrebt, aber nicht immer können alle Plätze aus humanitären Gründen voll ausgeschöpft werden.

Zunächst verringert sich die Zahl der belegbaren Plätze entsprechend der Zuweisung an Geflüchteten, sprich: Umso mehr Menschen dem RTK zugewiesen werden, umso kleiner wird die Zahl der belegbaren Plätze in den Unterkünften. Deshalb arbeitet der Kreis mit Hochdruck daran, weitere Unterkünfte in Planung für die Belegung vorzubereiten. Sobald neue Unterkünfte in Betrieb gehen, erhöht dies die Zahl der belegbaren Plätze. Weiterhin kommt es auch vor, dass Geflüchtete die Unterkunft wieder verlassen, zum Beispiel weil sie abgeschoben werden, oder weil sie eine eigene Wohnung gefunden haben. Dann geht die Zahl der belegbaren Plätze entsprechend nach oben.

Seit vielen Monaten arbeitet unsere Verwaltung mit Hochdruck an der Akquise geeigneten Wohnraums für die uns vom Land Hessen zugewiesenen Menschen aus der Ukraine und weiteren Ländern. Mittlerweile haben wir in über 60 Unterkünften 2.400 Menschen untergebracht. Die Zuweisungszahlen haben sich für das letzte Quartal 2023 verfünffacht. Es müssen in den drei Monaten bis Jahresende alleine 688 Personen aufgenommen werden. Bis ausreichend Wohnraum in Form von Containeranlagen bereitsteht, müssen die Menschen in einer Notunterkunft untergebracht werden.

Wir haben alle Alternativen geprüft, bevor die Entscheidung für die Sporthalle in Idstein zur Unterbringung von geflüchteten Menschen getroffen wurde und arbeiten parallel daran, langfristigere Unterbringungen aufzubauen. Im Rheingau-Taunus-Kreis gibt es nur wenige Hallen in der benötigten Größenordnung die im Besitz des Rheingau-Taunus-Kreises sind – die Halle in Eltville war bereits als Flüchtlingsunterkunft sowie als Impfzentrum über Jahre belegt. Ebenso die erst kürzlich freigegebene Schulsporthalle in Geisenheim. Wir brauchen zwei Felder für die Versorgung der Menschen sowie drei Felder für die Unterbringung.

Wir haben bereits vor Monaten die Städte und Gemeinden auf die steigenden Prognosen von Zuweisungen hingewiesen und um die Meldung von Flächen und Immobilien gebeten. Wir rufen zudem immer wieder die Bevölkerung und Unternehmen dazu auf, uns Leerstand zu melden, um Menschen unterzubringen. Erst wenn uns geeignete Flächen oder Immobilien zur Verfügung gestellt werden, kann die Kreisverwaltung mit der Herrichtung, beziehungsweise Bauvorbereitung starten und Container errichten. Bis neue Containeranlagen bereitstehen oder die Kaserne in Kemel hergerichtet ist, brauchen wir die Sporthalle als Notlösung für die Unterbringung.  

Für die Betreuung der Menschen in der Sporthalle ist von der Kreisverwaltung ein Betreuungsdienstleister beauftragt.

Ein Sicherheitsdienst wird 24/7 im Einsatz sein, der in Abstimmung und Kooperation mit der Idsteiner Ordnungsbehörde sowie den Kollegen der Polizeistation Idstein für Ordnung und Sicherheit in und um die Sporthalle sorgen wird. Gemeinsam mit der Schulgemeinschaft schauen wir, wie wir Wegeführungen entzerren und gut gestalten können. Wir haben hier unter anderem gute Erfahrungen aus dem Betrieb der Schulsporthalle Geisenheim gemacht.

Sie können beispielsweise vor Ort ehrenamtlich unterstützen. Auf der Website der Stadt Idstein oder unter dem Link www.integration-rtk.de/formulare/idstein können Sie sich dazu eintragen. Bei Fragen melden Sie sich bei ea-koordination@idstein.de.

Aktuell kommen unterschiedliche Nationalitäten, Einzelpersonen, Mütter mit Kindern und Familien. Konkret erhalten wir diese Info immer kurz vor der Anreise in der jeweiligen Woche.

Informationen zur Notunterkunft

Landrat Sandro Zehner informierte in der Veranstaltung am 14. November 2023 in Idstein über Hintergründe und den Stand der Notunterkunft.

Hier die Präsentation dazu.